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Kirchenführer

Liebe Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher,

wir begrüßen Sie sehr herzlich in St. Martini, einer der vier evangelischen Altstadtkirchen Bremens. Wie reich unser Gotteshaus an baulichen Sehenswürdigkeiten auch sein mag und gleich welche Beziehung Sie zum christlichen Glauben haben, bedenken Sie bitte, dass Sie sich hier in keinem Museum befinden.

In den Räumen unserer Gemeinde herrscht ein reges Glaubensleben. Die Predigten von der St. Martini Kanzel sind bibeltreu. Wir bekennen vor der Welt das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist. So versteht sich St. Martini als lebendiges Glied des Leibes Jesu Christi, und wir laden Sie – wenn es Ihre Möglichkeiten erlauben und Sie mehr über das Leben in unserer Gemeinde wissen wollen – gern zum Besuch eines unserer Gottesdienste oder Kreise ein.

Denn einen andern Grund – besonders in dieser Zeit der allgemeinen Orientierungs­losigkeit der Menschen und der Maßlosigkeit des menschlichen Handelns – kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus! Suchen Sie aber ganz einfach die Zwiesprache mit Gott, das heißt, das Gebet, so sind Sie dazu ebenfalls in unserer Kirche willkommen. Denn nur bei Gott allein kommt die Seele zur Ruhe, von Ihm kommt die Hilfe (Psalm 62,2). Einige Minuten stiller Zeit geben Ihnen dann für den Rest des Tages viel Kraft zum Durchstehen oder Überwinden Ihrer Alltagsprobleme.

Haben Sie weitere Fragen an unsere Gemeinde, so wenden Sie sich bitte an die Aufsicht. Auch im Gemeindebüro, Martinikirchhof 3, Telefon 0421 324835, wird man Ihnen gerne weiterhelfen.

Gott, der Herr, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, er segne und behüte Sie.

Ihre St. Martini-Gemeinde

 

Die Freie Hansestadt Bremen an der Weser

Mit 542.707 Einwohnern (Zensus 9. Mai 2011) ist sie die Hauptstadt des Landes Bremen (650.863 Einwohner) und nach Hamburg die bedeutendste deutsche Hafenstadt. Auch die räumlich getrennte Stadt Bremerhaven zählt noch zu diesem kleinsten aller Länder der Bundesrepublik Deutschland.

Über die Anfänge Bremens gibt es für die Historiker keine genauen Erkenntnisse. Die erste Siedlung entstand irgendwann im Dunkel der Vorzeit. 780 übergab der König der Franken und Langobarden, Karl (der spätere Kaiser Karl der Große), dem angelsächsischen Priester Willehad den Wigmodi-Gau und die angrenzenden Landesteile als Missionsgebiet; Hauptort war Bremen. Die Geburtsstunde als Stadt schlug im Jahre 965 mit der Erteilung des kaiserlich verbrieften Münz-, Zoll- und Marktrechtes. Das Stadtwappen mit dem Bremer Schlüssel, dem Zeichen für den Apostel Petrus, zeigt die Rolle der Kirche in der Entwicklung der Stadt. Von 1043 bis 1072 regierte Erzbischof Adalbert, der bedeutendste Kirchenfürst Bremens. In dessen Amtszeit war die Stadt Sammelpunkt der umliegenden Völker, Bremen erhielt den Beinamen ,,Rom des Nordens“. Nach Auseinandersetzungen mit einem nachmaligen Erzbischof ließ der Rat der Stadt 1404 als Zeichen der Bürgerfreiheit den heute noch auf dem Marktplatz stehenden steinernen Roland errichten. Ein Jahr später begann man gleich neben dem Dom mit dem Bau des gotischen Rathauses. 1358 trat Bremen dem Hansebund bei und wurde bald eines der einflussreichsten Mitglieder. Mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen Interessen bemühte sich die Stadt stets, bei politischen Auseinandersetzungen ihrer Nachbarn neutral zu bleiben und überstand so die Krisen des 16. und 17. Jahrhunderts. Durch enge Verbindungen zu den Niederlanden schloss sich Bremen gegen Ende 1500 der insbesondere durch die Schweizerischen Reformatoren Jean Calvin und Huldrych Zwingli geprägten reformierten Bekenntnislehre an.

Eine dramatische Zeit entstand für die alte Hansestadt zur Zeit der sogenannten Kontinentalsperre unter Napoleon, die den Handel fast zum Erliegen brachte. Von 1810 bis 1813 war Bremen sogar ein Teil des französischen Kaiserreiches. Durch die Weserregulierung und dem damit verbundenen Ausbau der ca. 70 km landeinwärts liegenden stadtbremischen Häfen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung. Verlor Bremen als Folge des Ersten Weltkrieges einen großen Teil seiner Handelsflotte, so trafen die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges die Stadt noch erheblich schwerer. 59 Prozent aller Gebäude und fast das gesamte Hafengebiet waren durch Bomben zerstört.

Die Kriegsschäden gehören heute längst der Vergangenheit an. Kulturelle Plätze (Museen, Theater, Böttcherstraße), sportliche Veranstaltungen (Weserstadion), wissenschaftliche Stätten (Universitäten, Hochschulen), aber vor allem das wirtschaftliche Leben (Häfen, Werften, Speditionen, Lagerhäuser, Reedereien, Handelshäuser, Groß- und Mittelstandsbetriebe) sind bestimmende Elemente der Freien Hansestadt Bremen.

 

Die evangelische Kirche von St. Martini in der Altstadt zu Bremen

Die St. Martini Kirche in ihrem ursprünglichen Aussehen

Die St. Martini-Kirche in der Altstadt zu Bremen, an der Weser über dem nach ihr benannten Martini-Anleger gelegen, erhielt ihren Namen nach dem in Frankreich beheimateten Nationalheiligen Sankt Martin (um 316 bis 397), einem der Bischöfe von Tours. Ihre erste urkundliche Erwähnung als selbständige Pfarrgemeinde datiert aus dem Jahre 1229. In diesem Jahr nämlich teilte Erzbischof Gerhard II. die Stadt in die drei Kirchspiele St. Ansgarii,
St. Martini, Unser Lieben Frauen auf; St. Stephani (1139 gegründet) lag damals außerhalb der Stadt. Unser Lieben Frauen war bis dahin die einzige Kirche mit Pfarrrechten. Die Kirchspiele bildeten bis in das 19. Jahrhundert hinein neben der kirchlichen zugleich die politisch-kommunale Gliederung Bremens. St. Martini galt jahrhundertelang als die Kirche der Kaufleute. Im Volksmund nannte man sie die ,,Ollermannskarken“ – nach den Elterleuten der Kaufmannschaft, die als das COLLEGIUM SENIORUM (die spätere Handelskammer) ihren Sitz in dem zum Gemeindesprengel gehörenden ,,Schütting“ am Marktplatz hatten. Das Kirchspiel von St. Martini lag im Wesentlichen auf der Balgeinsel am Rand der Bremer Altstadt.

Die genannten vier bremischen Gemeinden entzogen sich in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung mehr und mehr der geistlichen Oberherrschaft des erzbischöflichen Domstiftes. Schon in vorreformatorischer Zeit kannten sie das Recht der Predigerwahl und der eigenen Vermögensverwaltung. Bereits 1525 – also nur acht Jahre nach dem Anschlag der 95 Thesen durch Martin Luther zu Wittenberg und nur vier Jahre nach dem Reichstag zu Worms – stand mit Johannes Timann aus Amsterdam erstmals ein lutherischer Prediger auf der Kanzel von St. Martini.

 

Geistliches Leben in St. Martini – einst und jetzt

Schon 1534 schuf Timann Bremens erste reformatorische Kirchenordnung, die er sich von Luther persönlich bestätigen ließ. Er pflegte enge Kontakte zu den reformierten Kreisen in den Niederlanden, die auch in der Folgezeit erhalten blieben. So unterschrieb der Martini-Prediger Ludwig Crocius für Bremen die 1618/19 erarbeiteten Dordrechter Artikel, in denen die Theologie des Reformators Johannes Calvin, nach der der irdische Weg des Menschen durch Gott von Geburt an vorbestimmt ist (Prädestinationslehre), ihren Ausdruck fand.

In St. Martini haben nach der Reformation viele Glaubensrichtungen den Weg der Gemeinde bestimmt. Bekannte Prediger in der pietistischen Periode waren Theodor Undereyck (1670 bis 1693) und Joachim Neander (1679 bis 1680). Gottfried Menken und Georg Gottfried Treviranus vertraten im 19. Jahrhundert den Biblizismus, die buchstäbliche Auslegung des Wortlautes der Heiligen Schrift. Treviranus war Mitbegründer der Evangelischen Allianz, des Deutschen Evangelischen Kirchentages, der Inneren Mission und vieler anderer sozialer Einrichtungen, er führte in Norddeutschland die Konfirmation ein. 1867 trat mit Treviranus‘ Nachfolger, Moritz Schwalb, ein Umschwung ein, wie er sich dramatischer kaum denken lässt. Schwalb vertrat eine freisinnige, später sogar radikale Theologie. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelten die Pastoren Albert Kalthoff und Emil Felden – losgelöst vom Evangelium – freidenkerische Weltanschauungen und setzten sich für die Belange der Arbeiterschaft ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich Pastor Wolfgang Wehowsky auch um den geistlichen Wiederaufbau der Gemeinde verdient. Erst 1974 erfolgte mit der Amtseinführung von Pastor Dr. Dr. Georg H. Huntemann der endgültige Durchbruch zu einer absolut biblisch orientierten Verkündigung. Seine kraftvollen, auf der Grundlage der Heiligen Schrift und in Wiederanknüpfung
an die reformatorische Tradition der Gemeinde gehaltenen Predigten und Vorträge sowie das von ihm verfasste Schrifttum fanden in der seit 1920 bestehenden Bremischen Evangelischen Kirche (einem Zweckverband aller bremischen Gemeinden, die allerdings jede für sich streng über die ihnen verbriefte Glaubens-, Gewissens- und Lehrfreiheit wachen) und darüber hinaus nicht immer nur Zustimmung. Die gleiche geistliche Richtung vertrat als Nachfolger Pastor Jens Motschmann. Auch er verkündete in fester Gewissheit, dass die biblische Wahrheit den Maßstab für alle Bereiche des menschlichen Lebens darstellt. Der derzeitige Martini-Prediger, Pastor Olaf Latzel (seit Dezember 2007), setzt diese theologische Richtung fort. Das Gemeindeleben hat seit 1974 einen erstaunlichen Aufschwung genommen. Die Gottesdienste sind – wie einst zu Zeiten Gottfried Menkens – regelmäßig sehr gut besucht.

Die St. Martini-Gemeinde steht in Bremen wie auch überregional in einem harten und unerbittlichen Glaubenskampf mit den unchristlichen Strömungen und Herausforderungen des Zeitgeistes. Sie vertritt die unverfälschte Verkündigung des biblischen Wortes und wehrt sich gegen die Ideologisierung der Predigten. Ihr 1979 aufgenommenes Bekenntnis fußt auf den Inhalten des Heidelberger Katechismus, den drei altkirchlichen Symbolen (Apostolikum, Athanasianum und Nicänum), darüber hinaus weiß sie sich der Theologischen Erklärung von Barmen aus dem Jahr 1934 verpflichtet.

 

Aus der Baugeschichte

Die Kirche nach der völligen Zerstörung im Jahr 1944

Im Bereich des Turmes befindet sich der auf den Beginn des 13. Jahrhunderts zurückgehende älteste Teil dieses Gotteshauses. Der Einzelturm (62 m hoch) ist nicht mittig angeordnet, sondern stand an der Nordwestecke vor dem damaligen Kirchengebäude. 1384 wurde der Umbau der Basilika (hohes Mittelschiff – niedrige Seitenschiffe) zur Hallenkirche (alle Schiffe haben die gleiche Höhe) mit gleichzeitiger Erweiterung um ein Joch und Schaffung des feingliedrigen Chores mit seinem reichen plastischen Dekor im Osten der Kirche beendet. Durch die unmittelbare Lage an der Weser musste das unsichere Ufergelände beim Bau des ersten Gotteshauses erheblich aufgeschüttet, befestigt und durch eine Mauer gesichert werden. Trotzdem bestand im Laufe der Zeit nach Überflutungen mehrmals akute Einsturzgefahr des Gebäudes, die u.a. den im 14. Jahrhundert erwähnten Umbau erforderlich machte. Im vorderen Teil des Südschiffes findet der Besucher eine Markierung, die auf den Hochwasserstand im Kirchenraum im März 1881 hinweist.

Im Oktober 1944 erlitt dieser spätgotische Backsteinbau in einer der Bombennächte des Zweiten Weltkrieges schwerste Zerstörungen. Alle Dächer, 5 der 11 Gewölbe (3 weitere stürzten nachträglich ein) und die Giebelreihe an der Weserseite lagen in Schutt und Asche. Nur die Umfassungsmauern ragten noch auf. Ausgebrannt waren das Neanderhaus, das Gemeindehaus mit der Pastorenwohnung und das Küsterhaus vor dem Nordeingang der Kirche. Auch der Turmhelm und die Glockenanlage überstanden den Feuersturm nicht.

Gegen Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts begann – trotz gegenteiliger Überlegungen – der Wiederaufbau der Ruine, in deren Innerem sich schon eine üppige Vegetation ausgebreitet hatte. Die ursprünglich die Sprechakustik so positiv beeinflussenden hölzernen Emporen und das Chorgestühl an der Nordseite des Kirchenraumes blieben bei den Bau­arbeiten jetzt unberücksichtigt, so dass die akustische Verständlichkeit der Predigten heute mit Hilfe einer Verstärkeranlage unterstützt werden muss.

Dem aufmerksamen Betrachter entgeht nicht, dass es im gesamten Kirchen­inneren keine rechten Winkel und bei den Säulen keine Senkrechten gibt. Als Ursache dafür ist der labile Baugrund anzusehen. Die von 1887 bis 1892 durchgeführte Weserregulierung beseitigte zwar die Überschwemmungsgefahr; aber die gleichzeitig eingetretene Grundwasserabsenkung verbesserte keineswegs die bauliche Stabilität der wahrscheinlich auf Eichenpfahlrosten gegründeten Kirche.

 

Ein Rundgang durch die Kirche

Im Bereich des Vorraums mit den steinernen Wappen von zwei St. Martini-Bauherren (Ratsherr Hermann Müller [1614] und Eltermann Berend Vaged [1627]), durch den der Besucher die Kirche betritt, befand sich in vorreformatorischer Zeit die Marienkapelle.

 

Joachim Neander

Orgel

Wappenfenster

Kanzel

Chor

Fenster im Chorraum

Martinfenster und Martinrelief

Beim Eintritt in den Kirchenraum fällt der Blick zunächst auf das sogenannte HOHE FENSTER, welches sich gegenüber dem Eingang an der Südwand befindet. Es erinnert an den Frühprediger Joachim Neander (1679 bis 1680) und an seinen in dieser Kirche zum ersten Mal erklungenen Choral: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“. Im unteren Teil des Fensters sind um den eine Orgel spielenden Neander musizierende und den Schöpfer verehrende Menschen angeordnet, aus deren Mitte jubilierende Posaunenengel und ein die Herrlichkeit Gottes versinnbildlichendes, strahlendes Gelb emporsteigen. Joachim Neander lebte nur 30 Jahre (1650-1680). Bei seiner Geburt war gerade der entsetzliche Dreißigjährige Krieg vorüber, Deutschland lag, aus tausend Wunden blutend, darnieder. Nach dem frühen Tod seines Vaters begann Neander mit dem Studium der Theologie in Bremen (Gymnasium Illustre).

Bis zu seiner durch eine Predigt von Theodor Undereyck erfolgten Bekehrung zum christlichen Glauben im Jahre 1670 bezeichnete sich der junge Neander (griechische Übersetzung des Geburtsnamens ,,Neumann“) selbst als Spötter. In vielen seiner späteren 72 Lieder klagte er sich dessen auf das Allerschwerste an. 1671 setzte er in Heidelberg seine theologischen Studien fort und war zugleich als Lehrer der Söhne eines Frankfurter Kaufmanns tätig. In Frankfurt/M. kam er mit dem Pietismus Philipp Jakob Speners in Berührung. Neander übernahm 1674 die Stelle eines Rektors der Lateinschule in Düsseldorf. An diese Zeit erinnert noch heute der Name des
stillen Neandertales bei Mettmann (ca. 15 km von Düsseldorf entfernt), das er gern durchwanderte. Es wurde nach ihm benannt und erlangte später durch archäologische Knochenfunde Weltberühmtheit.

 

Die erste Orgel von St. Martini wurde bereits 1563 urkundlich erwähnt. Der aus den Niederlanden stammende Orgelbauer Marten de Mare erhielt 1603 den Auftrag, die Orgel um mehrere Register zu erweitern. Christian Bockelmann aus Lüneburg erneuerte zwischen 1616 und 1618 die Orgel und den Orgelprospekt, der heute noch in der ursprünglichen Form erhalten ist. Der berühmte Hamburger Orgelbaumeister Arp Schnitger hat in den Jahren 1707 bis 1709 die Orgel repariert und teilweise erneuert.

Der Orgelprospekt – zwischen Spätrenaissance und Frühbarock geschaffen – gilt als einer der bedeutendsten in Nordeuropa. Er wurde im Zweiten Weltkrieg ausgelagert und blieb dadurch erhalten. Der Prospekt stellt mit seinem reichen Schnitzwerk die Verbindung zwischen dem irdischen und dem himmlischen Jerusalem dar. Zwei Engel und König David als Psalmsänger krönen das Rückpositiv. Daneben und darüber thront die himmlische Stadt mit ihren Türmen.

Das von der Fa. Furtwängler & Hammer 1894 geschaffene Orgelwerk wurde 1944 durch die Kriegseinwirkungen völlig zerstört. Beim Wiederaufbau der Kirche gegen Ende der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts schufen die Orgelbauer Jürgen Ahrend und Gerhard Brunzema aus Leer in Ostfriesland ein neues Instrument. Es besitzt drei Manuale, Pedal, 33 Register und zeichnet sich durch einen besonders farbigen, milden Klang mit ausgeprägten Grundtönen und brillanten Obertönen aus. Bei der Generalüberholung in den Jahren 2004/05 erhielt die Orgel eine Stimmung nach Bach-Kellner. Damit wurden Tonverhältnisse der Pfeifen untereinander geschaffen, wie sie wahrscheinlich J. S. Bach auf seinen Leipziger Orgeln nutzte.

Auf dem Orgelprospekt lesen wir folgende Inschriften:

ANNO 1618

GELOBET SEI DER HERR EWIGLICH. AMEN.

JAUCHZET DEM HERRN IN ALLE WELT

CHRISTIAN BOKELMANN

WOHLAUF PSALTER UND HARPFE
ICH WILL FRUEH AUF SEIN. PSALM 108 v. 2

MEIN HERTZ DICHTET EIN FEINES LIED.
ICH WILL SINGEN VON EINEM KOENIGE. PSL 45 v. 2.
ES IST DER HERR ZEBAOTH. PSL 24 v.10.

SINGET, SPIELET DEM HERRN

 

In St. Martini sind das Geistliche Amt, das durch den Gemeindepastor vertreten wird, und das Weltliche Amt, welches die Aufgaben des Kirchenvorstandes beinhaltet, streng voneinander getrennt. Seit alters her werden die Vorstandsvorsitzenden Bauherren genannt. Schon immer sind diese maßgeblich an den Geschicken der Gemeinde beteiligt gewesen und haben sie mitgeprägt. In der Vergangenheit waren unter ihnen regelmäßig Ratsherren der Freien Hansestadt Bremen.

In Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv Bremen, das die notwendigen Unterlagen lieferte, schuf der Worpsweder Künstler Werner Rohde (1906-1990) im Zuge des Nachkriegswiederaufbaus für die Fenster der beiden Seitenschiffe Abbildungen von Bauherren-Wappen aus der Zeit von 1376 bis 1959, jeweils dem Jahr der Wahl in diesen Dienst.

An der Südseite finden wir mit der Jahres­zahl 1591 das Wappen von Henrich Zobel. 1597 zum bremischen Bürgermeister gewählt, stiftete er das Portal zum jetzigen Neander­haus an der Südostseite der Kirche, das der schon genannte Frühprediger Joachim Neander, um zum 5-Uhr-Morgen­gottesdienst für das Herrschaftsgesinde zu gelangen, von seiner Wohnung aus durchschreiten musste. Das über dem Portal angebrachte Zobel-Epitaph entstand 1598.

 

Sie gehört zu den wertvollsten Kleinodien von St. Martini. Aus einer alten Urkunde erfahren wir, dass „de nie predichtstoel“ (der neue Predigtstuhl) in der Werkstatt des Bremer Holzschnitzers Hermen Wulff angefertigt worden ist. Er stammt somit aus der ,,Goldenen Zeit Bremens“. Dieser Wendezeit vom 16. zum 17. Jahrhundert verdankt die Stadt viele noch heute existierende Zeugen des einheimischen Kunsthandwerks. Auf den durch korinthische Säulen gefassten Seitenflächen des Kanzelkorbes sind von den sieben Tugenden fünf dargestellt: v. l. n. r. Klugheit (Prudentia), Liebe Gottes (Caritas), Gerechtigkeit (Justitia), Hoffnung (Spes), Kraft/Stärke (Fortitudo). Zum Teil waren die Schnitzarbeiten früher unter Farben und Vergoldungen verborgen.
Während der Generalrenovierung des Kirchenraumes 1979/80 wurde die Kanzel wieder in die Mitte des Kirchenschiffes gesetzt und erhielt eine neue Treppe.

 

Der nach Osten weisende, erhöht angeordnete spätgotische Chor entstand in den Jahren 1376 bis 1384. Jeder der unteren Rippenabschlusssteine (Kapitelle) zeigt ein anderes Motiv.

Im Gewölbe stellt der Schlussstein die segnende Gestalt Christi als Weltenrichter dar. Die acht Fenster des Chorraumes wurden 1959/60 von der Bremer Malerin Elisabeth Steineke (1909-2003) gestaltet, wobei handbemaltes farbiges Glas Verwendung fand.

Im Chorraum steht ein die Fülle und Vollkommenheit Gottes symbolisierender siebenarmiger, schwerer, bronzener Leuchter (Menora – symbolisiert hier den Alten Bund Gottes mit dem Volk Israel).
Die Scheidelinie zwischen Chorraum und dem übrigen Kirchenschiff bildet der hölzerne Abendmahltisch, auf ihm steht ein schlichtes Holzkreuz.

 

Das erste Fenster stellt die Schöpfungsgeschichte dar. In der Bibel heißt es dazu, dass die Erde wüst und leer war, und es war finster auf der Tiefe und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Dieses Chaos ist im oberen Teil des Fensters nachgezeichnet. Aber dann schuf Gott das Licht und ließ Tag und Nacht entstehen. Die Erde wurde geschaffen, Wasser und Land, Pflanzen und Tiere und als Krönung der Schöpfung der Mensch.

Es folgen der Sündenfall und die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Adam arbeitet im Schweiße seines Angesichts auf dem Felde. Evas Sohn Kain erschlägt seinen Bruder Abel aus Missgunst. Daraufhin wird Kain aus dem Frieden in die Ruhelosigkeit der Erde hinausgetrieben. Die sich vermehrenden Menschen beginnen, mit Gewalt übereinander zu herrschen und sich gegenseitig zu töten. Die Sintflut vernichtet die Menschheit. Nur Noah, der auf Gottes Geheiß eine Arche baut, überlebt mit seiner Familie und je einem Paar Tieren die Katastrophe.

Im zweiten Fenster wird der Glaube an den Allmächtigen benannt. Die Bilder müssen hier von unten nach oben gelesen werden. Sie beinhalten eine Gegenüberstellung des Alten und des Neuen Bundes Gottes mit den Menschen. Im oberen, linksseitigen Teil des Fensters ist dieses durch Mose, der von Gott die Gesetzestafeln für das Volk Israel erhalten hat, veranschaulicht. Im rechtsseitigen Teil hält Jesus Christus die Bergpredigt und legt die Gesetze aus.

Das dritte Fenster als Hinführung zum Messias, der erwartet wird, zeigt Gestalten aus dem Alten Testament. Es wird von den Prophezeiungen über den verheißenen Messias berichtet und ist wiederum von unten nach oben zu betrachten.

Das vierte Fenster in seiner violetten Grundtönung, das Leben und Wirken Jesu Christi darstellend,  muss ebenfalls von unten nach oben gelesen werden. Neben der Verkündigung der Maria, der Geburt Jesu Christi, der Hochzeit zu Kana, einer Krankenheilung, der Speisung der 5000, der Auferweckung des Lazarus, der Salbung in Bethanien, der Fußwaschung, des Judaskusses sowie der Verleugnung des Heilandes durch Petrus sind das Leiden und die Kreuzigung des Gottessohnes in einer Weise wiedergegeben, die durch die schematische Darstellung der Gesichter keinen Gegensatz zum zweiten Gebot (,,Du sollst dir kein Bildnis von Gott machen!“) erkennen lässt.

,,Auferstanden von den Toten!“ Das fünfte Fenster ist das Osterfenster. In der Betrachtungsweise von unten nach oben wird die Auferstehungsgeschichte nach dem Johannes-Evangelium Kapitel 20 und 21 behandelt. Das leere Grab, die Erscheinungen des auferstandenen Christus und seine Himmelfahrt in einen goldfarbenen Himmel, wobei das Gold die Weisheit und das Reich Gottes ausdrücken soll, sind die Stationen dieses Fensters.

Von oben nach unten zu lesen ist das sechste Fenster, das die Pfingstfreude symbolisiert. Der Heilige Geist, der Anhauch Gottes, gießt aus dem pfingst­lichen Rot des Maßwerkes sein Licht über die Jünger aus. Nun können sie die frohe Botschaft von der Auferstehung ihres Herrn weitersagen. Die vier Evangelisten, Matthäus mit dem Zeichen des Engels, Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) – deren Symbole sich auch an den Beschlägen der Kirchen­eingangstür befinden –, schreiben ihr Wissen über Jesus Christus auf. Aus den ersten, von Petrus und Paulus gegründeten Gemeinden entsteht die Kirche. Auch die römisch-katholische Kirche mit ihrer Hierarchie ist in den Bildern vertreten: Papst, Kardinal, Bischof, Mönch und Nonne. Das Leben in der Gemeinde wird dargestellt durch die Predigt, die Erteilung der Sakramente, das Wirken der Diakonie, das Eingehen des Menschen in das ewige Reich Gottes.

Das siebte Fenster. Im Apostolikum sprechen wir: ,, … von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten“. Dieses Fenster gibt Zeugnis von dem Text der Offenbarung des Apostels Johannes Kapitel 1, Vers 12 bis 16. Darin heißt es: „ … Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Golderz, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht.“ Weiter unten im
Fenster sind die Engel des Gerichts und die Gleichnisse von den klugen und den törichten Jungfrauen, von Jesus Christus mit den Kindern, von den anvertrauten Pfunden und das Gleichnis vom verlorenen Sohn abgebildet. Am Fenstergrund liegt in Form eines Drachens das in Ketten gebundene Böse.

Das achte Fenster erfordert eine Betrachtungsweise von unten nach oben. Aus allen Nationen kommen die Menschen, um den Herrn, Gott, anzu­beten. Sie haben große Not und Trübsal hinter sich und dienen dem Schöpfer Tag und Nacht. Im oberen Teil des Fensters befindet sich eine Stadt mit perlen- und edelsteingeschmückten Toren, das himmlische Jerusalem, der Strom lebendigen Wassers geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.

 

Das Martinsfenster

An der Ostseite des Nordschiffes erblicken wir das größte Einzelfenster unserer Kirche. Es erzählt in vielen separaten Bildern die reiche Legende des heiligen Martin, der im Jahre 371 Bischof von Tours in Frankreich wurde und später der Nationalheilige der Franken war. Nach ihm erhielt diese Kirche ihren Namen. Allgemein bekannt ist wohl die Begebenheit, wie Martin seinen Mantel mit einem ihn anflehenden Bettler teilte. Diese Szene können wir ganz oben links im Fenster, aber auch unter demselben in dem mittelalterlichen Sandsteinrelief erkennen. Im Fenster befindet sich weiter die Darstellung des Offizierssohnes Martin, der, als er Christ geworden war, den Wehrdienst mit der Waffe verweigerte. Als man ihm Feigheit vorgeworfen hatte, gelobte er vor dem römischen Kaiser, waffenlos in den Kampf zu ziehen. Er ist ohne Schwert und Harnisch, nur ein Kreuz in den Händen haltend, inmitten der umstehenden, bewaffneten Kriegsleute abgebildet. Die Darstellungen von Martin als Gründer einer Klosterschule und auf einer Flucht über das Meer anlässlich theologischer Auseinandersetzungen legen beredte Zeugnisse vom ereignisreichen Leben des Namenspatrons von St. Martini ab.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Rechts und links neben der Tür zum Kirchgarten mit ihrem schmiedeeisernen Gitter an der Südwand lehnen zwei wuchtige Wandgrabmäler aus dem frühen Mittelalter.

An der gleichen Wand in Fensterunterkantenhöhe ist ein Kastenrelief, die Kreuzigung Christi sowie Maria und den Jünger Johannes darstellend, angebracht. Nur schwer lesbar ist die Inschrift ANNO DOMINI 1474.

Die beiden Messing-Kronleuchter, die von den Kreuzgewölben des Mittelschiffes herabhängen und von denen der vordere ein Aufsteckschild mit dem heiligen Martin trägt, sind Prachtstücke und Privatgaben. Sie werden in alten Inventarlisten immer wieder mit Stolz erwähnt und sind flämische Arbeiten aus dem Jahre 1650.

Um 1440 muss die kleine Kreuzigungsgruppe aus Sandstein entstanden sein, die in Fensterhöhe an der Nordwand platziert ist und in der flächigen, volkstümlichen Weise früherer Holzschnitte gestaltet wurde. Das Taufbecken aus Sandstein steht in unmittelbarer Nähe der Kanzeltreppe, sein Ursprung liegt im Dunkeln. Es diente bis zur Renovierung der Kirche im Jahr 1979/80 im Kirchgarten als schmückende Blumenschale.

Von großer bildnerischer Kraft zeugt der Opferstock am ersten Pfeiler zum Ausgang hin. Er ist ein Werk reinsten Rokokos aus dem Jahre 1766. Die asymmetrische Wandplatte mit der Inschrift „Milde Gaben werden von Gott vergolten“ verbindet sich gediegen mit der rankenbedeckten Steinkommode. Dieser Almosenstock ist wahrscheinlich in der Werkstatt des bedeutendsten Rokoko-Bildhauers Bremens, Theophilus Wilhelm Freese, entstanden.

Das Fresko gleich links neben der Ausgangstür stammt aus der Zeit um 1400. Es stellt eine stark fragmentierte Kreuzigungsgruppe dar, die den Brand der Kirche im Oktober 1944, in der Nacht, da die Bomben fielen, als einzige Abbildung ihrer Art in unserem Gotteshaus einigermaßen überstanden hat. Das Fresko wird zu den ältesten im norddeutschen Raum gerechnet.

Für den Besucher, meist nicht ohne weiteres zugänglich, befindet sich über der Pforte zum Kirchgarten an der Außenfront der Südseite ein Portal mit einem Tympanon, in dem eine Darstellung von Jesus Christus als Weltenrichter zu sehen ist. Von einem aus farbig glasierten Ziegeln gemauerten Gewände gerahmt und mit einem Spitzbogen überdacht, wird der Hintergrund des gesamten Feldes von vierblättrigen Blumenmustern ausgefüllt. Christus thront unter einem Baldachin mit einem aufgeschlagenen Buch des Lebens in der rechten und einem Bischofsstab in der linken Hand. Er wird von zwei Engeln eingerahmt. Auferstehende erheben sich aus ihren Gräbern. Das dargestellte Thema, CHRISTUS ALS BISCHOF DER SEELEN, ist in Deutschland höchst selten in bildlicher Form vorhanden. Die Entstehungszeit wird von Fachleuten in das 14. Jahrhundert datiert. Das Werk war Bestandteil der damaligen Basilika und gehört zu den ältesten bremischen Plastiken.

Schließlich soll noch auf den Jakobusbrunnen an der Frontseite des Neanderhauses links neben dem Außenrund des Chores von St. Martini hingewiesen werden. Die Kopie des ,,Jacobus der Jüngere“, Schutzheiliger der Pilger und Schutzpatron der Bruderschaft ,,Sancti Jacobi minoris“, steht seit 1957 an diesem Platz, nachdem das mittelalterliche Original, das heute im Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Focke-Museum) beheimatet ist, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden war.

 

Das Glockengeläut

Nicht einmal jedem Bremer Einwohner dürfte bekannt sein, dass St. Martini mit sieben großen Glocken das größte Geläut aller Kirchen in der Hansestadt besitzt. Nachdem die Glocken den Feuersturm von 1944 nicht überstanden hatten, wurden sie nach dem Kriege neu gegossen.

Hier einige Inschriften:

,,Zerstört am 5. Oktober 1944 – neugegossen Advent 1957
Ich will dich ehren mit jedem Ton, gib uns, o Herr, den Frieden zum Lohn“.

„Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“.

„Stund um Stunde geht dahin, denk, o Mensch, an ihren Sinn“.

Das Geläut ist auf die Glocken des nahen Bremer Domes abgestimmt. Jeden Sonntag zwischen 9.45 Uhr und 10.00 Uhr ertönt der mächtige Ruf weit über die Stadt und lädt die Menschen zum Gottesdienst ein. Daneben kann der Vorübergehende, der sich im Verkehrslärm zehn Minuten Zeit nimmt, täglich um 9.15 Uhr, 12.15 Uhr, 15.15 Uhr und 18.15 Uhr auf zwölf zusätzlichen Spielglocken, die noch durch fünf der sieben Läuteglocken erweitert werden, in der Adventszeit die Lieder ,,Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ oder ,,Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein‘ höchsten Bord“ hören. Zwischen Weihnachten und dem Epiphanias Tag erklingen ,,Vom Himmel hoch, da komm ich her“ oder ,,Lobt Gott, ihr Christen alle gleich, in seinem höchsten Thron“. ,,Mit Freuden zart zu dieser Fahrt lasst uns zugleich fröhlich singen“ oder ,,Auf, auf mein Herz mit Freuden, nimm wahr, was heut‘ geschicht“ sind die Lieder der Osterzeit, während zu Pfingsten die Melodie von ,,O Heil´ger Geist, kehr‘ bei uns ein“ intoniert wird.

An allen anderen Tagen des Jahres aber kann man den Choral hören, den Joachim Neander 1680 hier in St. Martini schuf:

Lobe den Herren,
den mächtigen König der Ehren,
meine geliebete Seele,
das ist mein Begehren.
Kommet zuhauf‘,
Psalter und Harfe, wacht auf,
lasset den Lobgesang hören.

Lobe den Herren,
der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen
sicher geführet,
der dich erhält, wie es dir selber gefällt;
hast du nicht dieses verspüret?

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!

Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet,
der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet.
Denke daran, was der Allmächtige kann,
der dir mit Liebe begegnet.

Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen.
Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen.
Er ist dein Licht! Seele, vergiss es ja nicht.
Lobende schließe mit Amen.

Schrifttum

Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, Stuttgart 1985 – Verlag: Diakonie der St. Martini-Kirchengemeinde, Bremen: St. Martini-Kirche in Bremen, Bremen, ohne Jahresangabe – Gläbe, Friedrich: Bremen einst und jetzt, Bremen 1955 – Gläbe, Friedrich: Die Unterweser Bremen 1963 – Der Heidelberger Katechismus für den Jugendunterricht in evangelischen Gemeinden, Neukirchen 1978 – Heitmann, Claus: Von Abraham bis Zion, die Ortsgemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche, Bremen 1985 – Heyne, Bodo: Hospitium Ecclesiae, Forschungen zur Bremischen Kirchengeschichte, Band 8, Bremen 1973 – Huntemann, Georg H.: Diese Kirche muß anders werden, Bad Liebenzell 1979 – Iken, Fr.: Joachim Neander, Sein Leben und seine Lieder, Bremen 1880 – Kalthoff, Albert: Religiöse Weltanschauung, Leipzig 1903 – Korinth, Helmut (Hrsg.): Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus mit Erklärung, Hamburg 1983 – Krüger, Friedrich: Joachim Neander, Aus seinem Leben und seinem Wirken, Hilden 1957 – Dr. Schäfer, Walter: Georg Gottfried Treviranus, Verden 1963 – Scheidulin, Hans /Kloos, Werner /Wittstock, Jürgen: Alte Kirchen in und um Bremen, Bremen 1982 – Schwalb, Moritz: Gebrechen und Leistungen des kirchlichen Protestantismus, Leipzig 1888 – Stündt, Otto: Vom Spötter zum Lobsänger Gottes, 4. Aufl., Cadolzburg über Nürnberg, ohne Jahresangabe – Synode der Ev. Altreform. Kirche in Niedersachsen: Gemeindebuch für den Gebrauch im Gottesdienst, im kirchlichen Unterricht und in der Familie, Bentheim 1977 – Veek, Otto: Geschichte der Reformierten Kirche Bremens, Bremen 1909 – Verfassung der Bremischen Evangelischen Kirche, Bremen 1964 – Wehowsky, Wolfgang (Hrsg.): St. Martini zu Bremen, Eine Gemeinde und eine Kirche im Wandel der Zeiten, Bremen 1960.

 

Autoren

Horst H. Claassen

Überarbeitung 2014:
Dr. Eberhard Hagemann

Herausgeber
Evangelische St. Martini Gemeinde
Martinikirchhof 3
28195 Bremen

Erweiterte Neuauflage 2014